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Weiße Biotechnologie:

Forschungsprojekt zur Gewinnung von Chemiegrundstoffen aus Biomasse

Foto: FNR

08.03.2012, News

Chemische Grundstoffe für die Herstellung von Produkten wie Kunststoffe, Lacke, Kleber, Autoreifen und vieles mehr, könnten künftig auch aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Eine mögliche Quelle ist die Fermentation von Zucker. Aus wirtschaftlichen Gründen könnte auch Synthesegas aus der Vergasung von Biomasse eine geeignete Quelle sein. Hierfür suchen Forscher derzeit geeignete Bakterien. Neben dem Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik der Technischen Universität München (TUM) sind die Evonik Industries AG und die Lanxess Deutschland GmbH an diesem Forschungsvorhaben beteiligt.

Immer mehr chemische Zwischen- und Endprodukte werden heute biotechnologisch, also durch die Fermentation nachwachsender Rohstoffe mit Hilfe von Mikroorganismen, hergestellt. Dabei gilt es, einen jeweils geeigneten Bakterienstamm zu identifizieren und seinen Stoffwechsel so zu modifizieren, dass er die gewünschten Chemikalien in ausreichender Menge und Reinheit erzeugt. Verläuft das Projekt der Evonik Industries AG, der Lanxess Deutschland GmbH und der TU München erfolgreich, könnten sich in Zukunft auch wichtige chemische Grundprodukte mittels Fermentation von Zucker oder durch Umwandlung von aus Biomasse gewonnenem Synthesegas im industriellen Maßstab erzeugen lassen.

Ausgehend von einem gemeinsamen Stoffwechselvorprodukt sollen in dem nun gestarteten Forschungsvorhaben Rohstoffe für Thermoplaste (Evonik) und Kautschuke (Lanxess) gewonnen werden. Bislang sind noch keine fermentativen Verfahren für diese Rohstoffe bekannt. Zwar forscht die Evonik Industries AG schon länger in diesem Bereich, und es gelang bereits in einem auch vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Vorläuferprojekt, die grundsätzliche Machbarkeit für drei verschiedene Stoffwechselwege nachzuweisen, für eine künftige wirtschaftliche Verwertung waren die Ergebnisse jedoch noch nicht ausreichend. Hier setzt das aktuelle Projekt an, das darauf abzielt, Bakterien-Industriestämme zu etablieren und die Raum-Zeit-Ausbeute weiter zu steigern.

Eine weitere Fragestellung betrifft schließlich die Rohstoffquelle. Bislang verstoffwechseln die Bakterien bei der Fermentation Zucker. Aus wirtschaftlichen Gründen könnte es aber sinnvoll sein, eine alternative Rohstoffquelle zu etablieren. Hierfür käme zum Beispiel Synthesegas aus der Vergasung von Biomasse in Frage. Dessen Eignung für die fermentative Herstellung der Kunststoffvorprodukte wollen die Forscher im neuen Projekt untersuchen.

Das bis 2014 laufende Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gefördert. 

Mehr Information:

www.nachwachsenderohstoffe.de

Kontakt: presse@tum.de

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