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Josef Wiedemann 90 Jahre

10.10.2000, Pressemitteilungen

Prof. Josef Wiedemann, emeritierter Ordinarius für Entwerfen und Denkmalpflege der TU München, feiert am 15. Oktober 2000 seinen 90. Geburtstag.

In den zwei Jahrzehnten seiner Arbeit als Hochschullehrer hat Josef Wiedemann eine ganze Architektengeneration entscheidend beeinflusst und dabei maßgeblich zum Ruf der Münchner Architekturschule beigetragen. In der Architekturlehre galt ihm das Beispiel als die fruchtbarste Anregung, das Erleben war für ihn das eigentliche Lernen. Die historisch gewachsene Umwelt achtend, sah er die Aufgaben der Denkmalpflege für Architekten immer als kreativen modernen Akt. Vor kurzem zeigte Wiedemann im Rahmen der Vorlesungen zur Denkmalpflege seine Bauten, dieser Tag wird allen Studierenden und mir tief in Erinnerung bleiben.

Im Leben und Werk von Josef Wiedemann spiegeln sich die wichtigsten Epochen des 20. Jahrhunderts wider. In München geboren, aus einer bayerisch-schwäbischen Bauern- und Handwerkerfamilie, studierte er Architektur an der TH München. Seine Lehrjahre wurden beeinflusst durch große Architekten wie Theodor Fischer, auf dessen Rat er sich für die Architektur und nicht für die Bildhauerei entschied; Robert Vorhoelzer, bei dem er als Praktikant »das Planen und Bauen als eine umfassende Bauaufgabe kennenlernte, bei der Handwerk, Technik, Kunst und das soziale Element zusammengehören«; German Bestelmeyer, dessen »in fester Tradition geführte baumeisterliche Architektur« er bewunderte, und den Bildhauer Joseph Wackerle, bei dem er an der Akademie der bildenden Künste modellierte und zeichnete - doch in Hans Döllgast sah er seinen eigentlichen Lehrer. Nach dem Studium arbeitete er bei Roderich Fick, dessen besondere Empfindsamkeit von der Skizze bis zur letzten Behandlung des Materials und seine unerbittliche Forderung nach äußerstem Mühen ihn weiter präg-ten.

In der deutschen Nachkriegsarchitektur fand Josef Wiedemann mit seinen Bauten einen festen Platz. Beispiele für diese sind neben vielen anderen Bauten der Wie-deraufbau des Odeon in der Ludwigstraße für das Innenministerium, die Wiederer-richtung der Alten Akademie in der Neuhauser Straße als Aufhaus sowie die Neu-bauten der Allianz-Generaldirektion am Englischen Garten und der Landesbausparkasse am Karolinenplatz. Der Wiederaufbau der Glyptothek am Königsplatz wurde beispielgebend für denkmalpflegerischen Umgang mit historischen Bauten. Besonders bemerkenswert sind seine Kirchenbauten. Viele entstanden in enger Zusammenarbeit mit Rudolf Ehrmann, seinem langjährigen Büro- und Hochschulmitarbeiter, darunter die Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Nymphenburg, Karmel Heilig Blut in Dachau und die Winterkirche St. Stephan in Diessen.

Seinem Emeritus hatte sein alter Lehrstuhl einen Ausstellungskatalog zusammengestellt, der vor wenigen Jahren aktualisiert und neu aufgelegt wurde. Das Werk Josef Wiedemanns fand erst kürzlich in Sevilla mit einer umfassenden Ausstellung weitere internationale Würdigung. Die TU München wünscht ihrem großen Architekturlehrer und bedeutenden Architekten Josef Wiedemann zum 90. Geburtstag Glück und Gesundheit.

Kontakt: presse@tum.de

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