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Sitemap > Veranstaltungen und Termine > Von der Routine zum Mord – Die Anatomie im Nationalsozialismus und ihre Relevanz heute

 Vortrag

Von der Routine zum Mord – Die Anatomie im Nationalsozialismus und ihre Relevanz heute

Dienstag 06.10.2026, 18:00 - 20:00



Veranstaltungsort:

Hörsaalzentrum TUM Klinikum Rechts der Isar Hörsaal A, Eingang Einsteinstraße 3, 81675 München 

Vortragender
Prof. Dr. med. Sabine Hildebrandt

Vortrag und Podiumsgespräch zur Geschichte der Anatomie im Nationalsozialismus und ihrer Bedeutung für die medizinische Ausbildung heute. Sabine Hildebrandt lehrt Anatomie und Geschichte der Anatomie an der Harvard Medical School und am Harvard College. Ihre Forschungsinteressen sind Geschichte und Ethik der Anatomie und ihr pädagogischer Ansatz integriert Anatomie, Medizingeschichte und Medizinethik. Sie war Co-Vorsitzende der Lancet Commission on Medicine, Nazism, and the Holocaust (2021–2023).

Anatomie ist eine alltägliche Praxis medizinischer Ausbildung und Forschung. Im Nationalsozialismus wurde diese Routine jedoch in ein System von Verbrechen und Mord eingebunden: Anatomen wurden zu Tätern und Nutznießern staatlicher Verbrechen, die Körper Hingerichteter zu Forschungsobjekten. Der Vortrag zeichnet nach, wie diese Verbindung von anatomischer Praxis und nationalsozialistischer Herrschaft möglich wurde. Wie trugen medizinische Institutionen, wissenschaftliche Interessen und alltägliche Routinen dazu bei, die Herkunft der Körper auszublenden oder nachrangig zu behandeln? Sabine Hildebrandt zeigt zugleich, welche Verantwortung die Anatomie heute für die Wiederherstellung der Biographien der Opfer trägt und welche Bedeutung die Geschichte des Faches für ethische Standards in Lehre und Forschung hat. Im anschließenden Podiumsgespräch wird die Geschichte der NS-Anatomie zum Ausgangspunkt für die Frage, was sie für die medizinische Ausbildung heute bedeutet: Wie kann historisches Wissen zur Reflexion über professionelles Handeln, Verantwortung und medizinische Praxis beitragen? Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. med. Alena Buyx (Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien, TUM); Prof. Dr. med. Jens Waschke (Professor für Anatomie, LMU); Dr. Philipp Rauh M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, TUM). Moderation: Prof. Dr. med. Pascal O. Berberat, Professor für Medizindidaktik und Bildungsforschung, TUM

Veranstalter
TUM Medical Education Center und Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Ansprechpartner
karina.korecky@tum.de


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