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Sitemap > Veranstaltungen und Termine > Welternährung und Ökologische Pflanzenproduktion - was kann die Maiszüchtung dazu beitragen?

 Vortrag

Welternährung und Ökologische Pflanzenproduktion - was kann die Maiszüchtung dazu beitragen?

Donnerstag 18.01.2018, 17:00 - 18:30



Veranstaltungsort:

Hörsaal 17 (Gebäude Tierwissensschaften) Liesel-Beckmann-Str. 1, 85354 Freising 

Vortragender
Dr. Walter Schmidt - Ehem. Leiter der KWS Maiszüchtung Deutschland

Welternährung und Ökologische Pflanzenproduktion - was kann die Maiszüchtung dazu beitragen?

Welternährung und Ökologische Pflanzenproduktion –
was kann die Maiszüchtung dazu beitragen?
In den letzten Jahrzehnten hat die Landwirtschaft enorme Produktionssteigerungen erzielt. So sind
die globalen Getreideerträge allein zwischen 1961 und 2011 von 0,8 auf 2,3 Mrd. t gestiegen. Pro
Kopf der Weltbevölkerung, die sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt hat, war das eine Steigerung
um 29 %. Dennoch hungern auch heute noch immer 795 Mio. Menschen. Warum?
Nahrungs-, Futtermittel- und Bioenergieproduktion konkurrieren um begrenzte, nur wenig ausweitbare
Ackerflächen. In den letzten Jahrzehnten sind auf diesen Flächen mehr und mehr Futter und
Bioenergie erzeugt worden. Wir schaffen nur dann den Hunger aus der Welt, wenn wir in diesem
‚Teller-Trog-Tank-Konflikt‘ der Nahrungsproduktion wieder eine höhere Priorität einräumen.
Der Mais hat überproportional zur Produktionssteigerung beigetragen. So haben sich
beispielsweise die Körnermaiserträge in den USA von 1940 bis heute verfünffacht. Dieser Erfolg
basiert einerseits auf züchterischem Fortschritt, andererseits aber auch auf einem stark gestiegenen
Input von fossiler Energie, chemischem Pflanzenschutz und Mineraldünger, mit den ökologisch
negativen Folgen eines verstärkten Nährstoff- und Pestizidaustrags. Auch sind die Fruchtfolgen auf
immer größer werdenden Flächen zunehmend enger geworden. Diese Entwicklungen haben zu
einer besorgniserregenden Abnahme der Biodiversität in der Agrarlandschaft beigetragen.
Der Ökolandbau setzt auf vielgliedrige Fruchtfolgen mit Stickstoff fixierenden Leguminosen und
verzichtet auf schnell-wirkende Mineraldünger und synthetisch-chemischen Pflanzenschutz. Doch
diese Art der Produktion liefert deutlich geringere Erträge je ha und damit steigt der Flächenbedarf.
Dies wiederum geht zu Lasten der Ökologie. Speziell unter Low-Input- und Ökobedingungen selektierte
Sorten, können jedoch die Ertragsdifferenz stark verringern.
Um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, sind weitere Ertragssteigerungen eminent
wichtig, doch sie allein reichen nicht aus. Insbesondere in Entwicklungsländern sind auf vielen Gebieten
Verbesserungen notwendig (Ausbildung, Finanzierung, Marktanbindung, …). Bei Mais
werden die Erträge zukünftig ähnlich stark ansteigen wie bisher, denn die genetische Variabilität ist
dafür da und neue Werkzeuge, wie die genomische Selektion, beschleunigen den Zuchtfortschritt
enorm.
Neue Anbau- und Nutzungsformen können ebenfalls zur Lösung des Ernährungsproblems
beitragen: Der Mais/Stangenbohnen-Mischanbau könnte sich in Kürze zu einer alternativen
Anbauform entwickeln, die hohe Flächenleistung mit höheren Proteingehalten, Biodiversität und NFixierung
verbindet. Den eingangs erwähnten ‚Teller-Trog-Tank‘-Konflikt kann der Anbau von Maissorten,
die sich für eine Koppel- und Kaskadennutzung eignen, entschärfen. Diese Form der
Nutzung erlaubt in den Entwicklungsländern, in denen Mais gegessen wird, im Idealfall eine konkurrenzfreie
Produktion von Nahrung, Futter und Bioenergie auf ein und derselben Fläche im gleichen
Jahr. Und bei uns erlaubt die Koppel- in Verbindung mit der Kaskadennutzung eine konkurrenzfreie
Produktion von Bioenergie und Futter für die Monogastrier Huhn und Schwein.
Dr. Walter Schmidt
Ehem. Leiter der KWS Maiszüchtung Deutschland
E-Mail: walter.schmidt@kws.com

Veranstalter
Hans Eisenmann Akademie

Ansprechpartner
Claudia Luksch


Weitere Informationen unter: http://www.hez.wzw.tum.de

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