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Otto Meitinger wird 80

Prof. Otto Meitinger

30.04.2007, Press releases

Professor Dr.-Ing. Otto Meitinger, emeritierter Ordinarius für Entwerfen und Denkmalpflege, Altpräsident der Technischen Universität München, feiert am 8. Mai 2007 seinen 80. Geburtstag. Zum Auftakt der Geburtstagsfeierlichkeiten zelebriert S.E. Friedrich Kardinal Wetter um 11 Uhr in der Hofkapelle der Münchner Residenz einen Dankgottesdienst. Die TU München, die Landeshauptstadt München und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege geben zu Ehren des Jubilars um 19 Uhr gemeinsam einen Empfang im Saal des Alten Rathauses, umrahmt mit Musik des Ensembles Hans Berger und Tanz der Moriskentänzer der TU München.

Otto Meitinger wurde am 8. Mai 1927 in München geboren als Sohn des Münchner Stadtbaurates Karl Meitinger, Ehrendoktor der TUM. Nach dem Abitur studierte er an der damaligen Technischen Hochschule München Architektur. Eine Assistententätigkeit am Lehrstuhl für Entwerfen und Denkmalpflege, Staatsprüfung (Regierungsbaumeister) und Promotion mit einer baugeschichtlichen Arbeit über die Münchner Residenz schlossen sich an.

Als junger Vorstand des Residenzbauamtes München leitete Meitinger in den Jahren 1953 bis 1963 den Wiederaufbau der Münchner Residenz, u.a. mit Cuvilliés-Theater, Hofkapelle, Schatzkammer und Reiche Zimmer. Der Wiederaufbau der Münchner Residenz galt damals als beispielgebend für den Wiederaufbau vieler kriegszerstörter Baudenkmäler in Europa. Von 1963 bis 1976 war er als Leiter der Bauabteilung der Max-Planck-Gesellschaft verantwortlich für über 60 große Institutsneubauten im In- und Ausland.

1976 wurde Meitinger als Nachfolger von Josef Wiedemann auf den Lehrstuhl für Entwerfen und Denkmalpflege der TU München berufen. Die Einrichtung des Aufbaustudiums Denkmalpflege geht auf seine Initiative zurück. Drei Jahre war er Dekan der Fakultät für Architektur.

Von 1987 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1995 war er Präsident der TU München. Kennzeichnend für seine Amtszeit ist eine große Zahl von Neuberufungen als Folge eines weit reichenden Generationenwechsels bei den Lehrstuhlinhabern. In den vielen Berufungsverfahren erkannte er die große Chance, erstrangige Hochschullehrer zur Sicherung der Spitzenstellung der TUM in Lehre und Forschung zu gewinnen. Auch das mit großen Baumaßnahmen verbundene Ausbaukonzept der Hochschule geht auf ihn zurück. Den vom damaligen Wissenschaftsminister Zehetmair initiierten Plan, das Türkenkasernengelände für eine dritte Pinakothek frei zu bekommen, hat Meitinger weitsichtig von Anfang an voll mitgetragen. Seiner Überzeugungsgabe und seinem Durchsetzungsvermögen ist es zu verdanken, dass der Senat der Hochschule der Verlagerung der Fakultät für Maschinenwesen in einen Neubau in Garching letztlich einstimmig zugestimmt hat. Die kurze Bauzeit für Europas modernste Maschinenbaufakultät wurde durch ein gegen vielerlei Widerstände durchgesetztes unkonventionelles Bauverfahren ermöglicht. Auch die Verlängerung der U-Bahn in den Garchinger Universitätscampus konnte noch zu seiner Amtszeit endgültig gesichert werden.

Von seinen Arbeiten als Architekt seien erwähnt u.a. die Amtssitze des Bundespräsidenten in Bonn (Villa Hammerschmidt) und in Berlin (Schloss Bellevue), für die Max-Planck-Gesellschaft den Palazzo Zuccari in Rom, Schloss Laxemburg bei Wien und Schloss Ringberg am Tegernsee. Der Freistaat Sachsen berief ihn vor sieben Jahren in ein Beratergremium für den Wiederaufbau des Dresdner Schlosses, insbesondere des Grünen Gewölbes, der weltberühmten Schatzkammer August des Starken.

Meitinger ist Mitglied in zahlreichen Fachgremien, u.a.: Deutsche Akademie für Städtebau, Bayerischer Landesbaukunstausschuss, Landesdenkmalrat, Arbeitsgruppen des Deutschen Wissenschaftsrates, Auswahlgremium für den Kulturpreis der Landesstiftung.

An Auszeichnungen, die Meitinger zahlreich zuteil geworden sind, seien genannt: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, Bayerischer Verdienstorden, Großes Bundesverdienstkreuz, Commandeurkreuz des Etoile noir der französischen Ehrenlegion und Ritterkreuz des päpstlichen Silvesterordens. Er ist Ehrendoktor der Technischen Universität Temeschburg, Rumänien. Die Landeshauptstadt München verlieh ihm die Goldene Ehrenmünze und ernannte ihn 2005 zum Ehrenbürger, dem 48. in über 185 Jahren.


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