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Technische Universität München zur Ingenieursausbildung:

Marke „Diplom-Ingenieur“ im zweistufigen Ausbildungsmodell

Der Dipl.-Ing. ist nach wie vor ein Markenzeichen.

11.08.2010, Press releases

Jüngste Presseberichte erwecken den Anschein, als würden die führenden Technischen Universitäten Deutschlands (TU9) zur alten Ausbildungsform für Ingenieure zurückkehren wollen. Der Präsident der Technischen Universität München (TUM), Prof. Wolfgang A. Herrmann, stellt klar: „Der akademische Grad „Diplom-Ingenieur“ (Dipl.-Ing.) ist ein wertbesetztes deutsches Markenzeichen, das aber nicht mit der Ausbildungsorgani¬sation verwechselt werden darf. Die Abschlusstitel „Master“ und „Diplom-Ingenieur“ eines universitären Vollstudiums sind qualitativ gleichwertig und sollen deshalb simultan geführt werden. Gleichzeitig aber soll die zweistufige Ausbildungsstruktur beibehalten werden, weil sie zahlreiche Vorteile für den Aus- und Einstieg nach dem Bachelor-Zwischenabschluss ermöglicht.“

Von interessierter Seite werde immer wieder versucht, die klassische einstufige Ingenieursausbildung als das Nonplusultra darzustellen, so Herrmann. Die einstufige Ausbildung sei aber in den Natur- und Ingenieurwissenschaften längst nicht mehr zeitgemäß. So hatte das alte Vordiplom weder eine berufsbefähigende noch eine für andere Studiengänge qualifizierende Funktion.

TUM-Präsident Prof. Herrmann sieht für die Parallelführung von einstufigen und zweistufigen Studiengängen nur Nachteile. „Die Technischen Universitäten sollen sich auf eine gut strukturierte zweistufige Ingenieursausbildung konzentrieren und dafür alle verfügbaren Ressourcen einsetzen.“ Nur so sei für die Studierenden die erforderliche Organisationsklarheit gegeben.

Der akademische Grad „Diplom-Ingenieur“ sei „das Markenzeichen, das für die Qualität und Identität der deutschen Ingenieursausbildung steht“, so Herrmann. „Diese Marke ist invariant, das (Ausbildungs-) Modell aber unterliegt marktspezifischen Veränderungen.“

Die TUM hat alle Studienangebote für Ingenieure auf das zweistufige Modell umgestellt und dabei selbstverständlich die Lehrinhalte revidiert. Sie verleiht in ein- und derselben Urkunde die Abschlusstitel M.Sc. (TUM) und Dipl.-Ing. (TUM), um auch den Herkunftsnachweis (TUM) als Gütesiegel zu verankern.

In einem weiteren Schritt hat die TUM die Doktorandenausbildung reformiert. Hierfür sind in der hochschulweiten TUM GRADUATE SCHOOL strenge, verbindliche Regularien für die zeitgemäße Kombination der fachlichen und überfachlichen Ausbildung definiert. „Interdisziplinäre Forscherteams ersetzen immer stärker die isolierte Assistentenpromotion, da komplexe Forschungsthemen anders nicht mehr wettbewerbsfähig erfassbar sind,“ so Herrmann. Hier gelte es, vermehrt die fachliche Bandbreite einer gut sortierten Technischen Universität zu nutzen. Hochschulzentral werden in die TUM GRADUATE SCHOOL rund 4 Millionen Euro pro Jahr investiert, zuzüglich Personalstellen und Stipendien für Doktoranden. Die TUM verleiht jährlich zwischen 800 und 900 Doktorgrade.

Kontakt: presse@tum.de

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