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Das Schulprogramm „Mädchen machen Technik"

Die Ziele des Schulprogramms

Mit dem Schulprogramm "Mädchen machen Technik" soll ein Gegengewicht geschaffen werden zur herkömmlichen Erziehung und Sozialisation von Mädchen. Wir wollen Mädchen darin unterstützen, ihre Fähigkeiten und Interessen für Naturwissenschaft und Technik zu entdecken und ihnen Mut machen, diese zu erproben und weiter zu entwickeln. Wir wollen ihnen auch die Erfahrung ermöglichen, dass sie in ihrer Befähigung und ihrem Interesse für Naturwissenschaft und Technik ernst genommen werden.

Mit dem Schulprogramm "Mädchen machen Technik" wollen wir Mädchen lebendige Erfahrungen im Umgang mit natur-
wissenschaftlich-technischen Sachverhalten ermöglichen. Spannend, spielerisch und lustvoll soll die Beschäftigung mit
Naturwissenschaft und Technik erlebt werden. Auf diese Weise wollen wir das Selbstvertrauen der Mädchen im Um-
gang mit Naturwissenschaft und Technik stärken und langfristig bei ihnen ein Interesse an diesen Sachverhalten
verankern.


Pädagogische Grundlagen und didaktische Prinzipien

Die folgenden Grundsätze sind für das Schulprogramm „Mädchen machen Technik“ kennzeichnend:

  • Das Angebot richtet sich ausschließlich an Mädchen. Dieser Grundsatz basiert auf Forschung und Praxis,
    die die Grenzen der Koedukation und die Chancen der Monoedukation aufzeigen.

 

  • Die Arbeit mit den Mädchen beginnt im Alter von zehn Jahren. In diesem Alter sind Mädchen noch unbefangen gegenüber Naturwissenschaft und Technik und hier besteht die große Chance, ihnen für die Phase der Geschlechtsausprägung, in der - in einer Orientierung an herrschenden Geschlechterrollen - der Rückzug der Mädchen aus Naturwissen-schaft und Technik massiv einsetzt, die Erfahrung zu ermöglichen, dass es überhaupt nicht "unweiblich" ist, sich mit Naturwissenschaften und Technik zu beschäftigen.

 

  • Es werden neue Wege der Vermittlung von Naturwissenschaft und Technik gesucht und erprobt.
    Im Vordergrund steht das eigene Tun der Mädchen: Experimentieren, konstruieren und bauen, löten und
    hämmern, programmieren, - die Mädchen erleben Naturwissenschaft und Technik sinnlich und konkret
    über das eigene Tun. Naturwissenschaftliche und technische Inhalte werden im Kontext der Alltagser-
    fahrungen und Interessen von Mädchen bearbeitet. Die Arbeit erfolgt in kleinen Gruppen. Das ermöglicht
    ein gemeinsames Arbeiten der Mädchen und eine intensive Zuwendung seitens der Projektlei-ter/innen.
    Das Bestreben ist ein ganzheitliches Lernen: Die Mädchen werden ermutigt, sich mit Hand, Herz
    und Verstand Naturwissenschaft und Technik zu Eigen zu machen und dabei die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und zu erproben. 
     

Das Pilotprojekt „Mädchen machen Technik an der Anne-Frank-Realschule" 

Am 4. bis 7. und 11./12. März 2002 fand dieses neuartige, gemeinsame Projekt der agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik und der städtischen Anne-Frank-Realschule statt.

Sechs Tage lang war der Schulalltag in der Anne-Frank-Realschule verändert.

Die Schülerinnen der 7a, 7b und 7c arbeiteten in kleinen Gruppen an Projekten aus den Bereichen Informatik, Chemie, Mathematik, Physik und Biologie. Angeleitet wurden sie von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der TU München, der LMU München und der Fachhochschule München.

Dieses Gemeinschaftsprojekt zwischen der agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik und der Anne-Frank-Realschule soll dazu beitragen, das Vertrauen der Schülerinnen in ihre naturwissenschaftlich-technischen Fähigkeiten zu stärken und bei ihnen ein Interesse an Naturwissenschaft und Technik zu verankern.

Mit einer festlichen Abendveranstaltung am 20. März 2002 wurden die „Mädchen machen Technik“ - Projekttage an der Anne-Frank-Realschule abgeschlossen. Die Schülerinnen der Klassen 7a, 7b und 7c, die jeweils zwei Tage in Projekten aus den Bereichen Informatik, Chemie, Mathematik, Physik und Biologie gearbeitet hatten, gaben ihren Eltern, Mitschülerinnen und Lehrkräften sowie Vertreter und Vertreterinnen des Schulreferats der Landeshauptstadt München einen lebendigen Einblick in ihre Arbeit. Neun Stände waren in der Turnhalle aufgebaut und die Schülerinnen zeigten sich als Expertinnen.

Sie bauten und programmierten Roboter, führten chemische Experimente vor, bauten eine Ampelschaltung auf und enthüllten die mathematischen Geheimnisse des Somawürfels und der platonischen Körper.

Eva Espermüller, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule: „Für uns, das Kollegium der Anne-Frank-Realschule, stellt dieses Projekt einen weiteren Baustein in der pädagogischen Arbeit unserer Schule dar. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Mädchen zu fördern und zu fordern, damit sie lernen, sich aus sich selbst heraus zu definieren und so den Mut fassen, neue Wege zu gehen, sei es bei der Lebensplanung oder der beruflichen Orientierung.“

Dr. Rosa Maria Kronseder, Leiterin der agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik:
„Mit unserem Ferienprogramm ‚Mädchen machen Technik‘ an die Schule zu gehen, ist ein neuer, wichtiger Schritt für uns. Wir erreichen damit viele Mädchen, die wir in ihrer Befähigung und ihrem Interesse für Naturwissenschaft und Technik ernst nehmen und die wir deshalb in der Entwicklung in diesen Bereichen fördern und unterstützen.“

Projektkonzeption und Projektleitung lagen bei Eva Espermüller, Schulleiterin der Anne-Frank-Realschule, und Dr. Rosa Maria Kronseder, damals Leiterin der agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik.
Als Leiter/innen der einzelnen Projekte waren beteiligt:

  • Dr. Kristina Hock, LMU München (Chemie-Projekt)
  • Bruno Piochacz, TU München (Biologie-Projekt)
  • Ulrike Schätz, LMU München (Mathematik-Projekt)
  • Prof. Dr. Reinhard Schiedermeier, FH München (Informatik-Projekt)
  • Prof. Dr. Dr. Hartmut Wiesner, LMU München (Physik-Projekt)

 

agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik

Arcisstraße 21
80333 München

Tel.: +49.89.289.22276
        +49.89.289.22279
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